Okt 12

Langfristinvestoren aufgepasst, ab 2018 gilt eine neue Gesetzeslage!

  

Steuerfreiheit der Kursgewinne von Investments, die vor dem 31.12.2008 erworben wurden, wird eingeschränkt

Die jüngst mit dem Investmentsteuergesetz verfasste Neuregelung birgt eine Steuerfalle für sämtliche Investmentfondsanleger, die langfristig investieren. Unabhängig vom Kaufdatum gelten demnach alle Fondsanteile per 31. Dezember 2017 als „fiktiv veräußert“ und am 1. Januar 2018 als „fiktiv wieder angeschafft“. Mit diesem bürokratischen Taschenspielertrick wird die zuvor unbefristet garantierte Steuerfreiheit von Altbeständen ab 2018 ausgehebelt.

Denn für alle vor dem Jahr 2009 gekauften Fondsanteile galt bisher ein unbegrenzter steuerrechtlicher Bestandsschutz: Hielten Anleger diese Wertpapiere länger als zwölf Monate im Depot, konnten sie die bei einem späteren Verkauf realisierten Kursgewinne in jedem Fall vollständig steuerfrei einstreichen.

Nun bleiben jedoch nur noch Gewinne aus Altanteilen, die bis Ende 2017 tatsächlich realisiert werden oder als Buchgewinne aufgelaufen sind, komplett steuerfrei. Verkaufsgewinne aus Anteilen, die vor 2009 angeschafft wurden und erst ab dem 1. Januar 2018 entstehen, werden dagegen nur bis 100.000 Euro pro Anleger steuerfrei bleiben. Jeder Euro über diesem Steuerfreibetrag wird künftig steuerpflichtig sein.

Steuerfreibetrag von 100.000 Euro

Wer jedoch über Jahrzehnte kontinuierlich in Fonds investiert hat, etwa über einen Sparplan, kann bei guter Börsenentwicklung und entsprechendem Depotvermögen diese Gewinnschwelle durchaus erreichen. Hinzu kommt: Die mögliche Steuerlast für ab 2018 realisierte Kursgewinne mit Altfonds könnte durch einen Systemwechsel noch deutlich größer werden. Schäuble zeigt sich nicht abgeneigt, die 25-prozentige Abgeltungsteuer für Kapitalerträge langfristig abzuschaffen und diese wieder mit dem persönlichen Einkommensteuersatz zu belegen. Der liegt derzeit immerhin bei maximal 45 Prozent.

Die Grundregel von bisher gilt damit zunächst weiter: Fondsaltbestände bleiben steuerlich priviligiert und sollten von Anlegern weiter bevorzugt im Bestand behalten werden, sofern die Anlagestrategie entsprechende Kursgewinne verspricht.

Neue Regeln für Ausschüttungen

Neben den Änderungen bei realisierten Kursgewinnen mit Altfonds müssen sich Anleger auch auf neue Regeln bei Fondsausschüttungen einstellen. Aktienfonds werden ab 2018 bereits auf Fondsebene 15 Prozent Kapitalertragsteuer abgezogen, wenn sie deutsche Dividenden vereinnahmen.

Um diese Abgabenlast auszugleichen, werden Ausschüttungen aus den Fonds und Verkaufsgewinne beim Privatanleger teilweise von der Steuer freigestellt.

Bei Aktienfonds sind das 30 Prozent; für Mischfonds mit einem Aktienanteil von mindestens 25 Prozent sind Teilfreistellungen von 15 Prozent vorgesehen, für Mischfonds mit geringerem Aktienanteil wird es dagegen überhaupt keine Freistellung geben.

Liegen die Kapitalerträge unter dem Sparerfreibetrag (801 Euro Singles, 1602 Euro zusammen Veranlagte), laufen die Freistellungen ins Leere. Betroffene erhalten dann auf Fondsebene steuerlich vorbelastete Ausschüttungen, profitieren aber nicht von Teilfreistellungen.

Weniger Ärger mit Auslandsfonds

Das neue Investmentsteuergesetz hat aber auch eine anlegerfreundliche Kehrseite. Ab 2018 wird die Besteuerung von in- und ausländischen Investmentfonds angeglichen. Die Änderung gilt sowohl für gemanagte Fondsprodukte als auch für ETFs (Exchange Traded Funds), die zum Beispiel einen Aktienindex nachbilden und weniger Gebühren kosten. Zertifikate sind dagegen von der Neuregelung ausgenommen.

Wer gemanagte Investmentfonds im Depot hat, die im Ausland aufgelegt wurden und Dividenden sowie Zinsen „ansparen“, muss diese dann nicht länger einzeln in der Steuererklärung angeben. Derzeit müssen Auslandsfondsanleger ihre jährlichen Erträge noch umständlich in der Anlage KAP (Zeile 15) deklarieren, da die fällige Pauschalabgabe (25 Prozent Abgeltungsteuer plus Soli-Zuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer) von den Auslandsgesellschaften nicht an den deutschen Fiskus abgeführt wird.

Zudem entfällt die Pflicht, die Unterlagen bis zum Verkauf aufzubewahren. Künftig wird von der Depotbank automatisch Abgeltungsteuer auf die jährliche Wertsteigerung der Fondsanteile durch wieder angelegte Erträge abgeführt – sofern der Sparerfreibetrag ausgeschöpft ist. Auch bei ETFs zahlen Anleger künftig jährlich Abgeltungsteuer auf Basis dieser Vorabpauschale.

Zudem müssen Depotbanken beim späteren Verkauf von ausländischen Fondsanteilen ab 2018 bei der dann fälligen Pauschalabgabe stets die erforderliche Gegenrechnung durchführen, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden. In der Vergangenheit passierte es häufiger, dass Geldinstitute die Abgeltungsteuer zum Nachteil der Kunden gleich zweimal an den Fiskus abführten.

Fazit:

Die Vorteile aus der Steuerfreiheit der Altfonds werden auf einen Betrag begrenzt, der zumindest die Investitionen im 5 – stelligen Bereich zunächst kaum tangiert, so dass nur die Großinvestoren von den steuerlichen Einschränkungen betroffen sind. Gegenüber Aktieneinzelinvestments bleiben die Investmentfonds aber auch weiterhin insofern priviligiert, als dass die innerhalb des Fonds realisierten Kursgewinne für die Anleger erst bei Verkauf des Fonds zu einer Steuerpflicht führen. Dies kann bei Langfristinvestoren zu durchaus beträchtlichen Steuerstundungseffekten führen.

Gern stehen wir Ihnen für eine Überprüfung Ihrer Anlagestrategie zur Verfügung. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Beratungsbedarf haben.

 

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Nov 09

Trump wird überraschen!

  

Kommentar unseres Beiratsexperten Christoph Lampert

donald_trumpdreamstime_s_70328509Donald Trump hat die Wahl gewonnwn. Wie beim Brexit sind die Prognosen nicht eingetroffen. Sinkende Realeinkommen, eine große Unzufriedenheit mit der politischen Klasse, große Uneinigkeit über die Einwanderung und ein extrem polarisierender Wahlkampf hat auch den letzten Amerikaner dazu bewogen zu wählen: „to make Amerika great again“ that is the winning Slogan. Trump wird wie im Geschäftsleben nun die Dinge angehen, die nötig sind und uns alle überraschen.

Zuerst wird in die Infrastruktur investiert, jobs for USA and Americans, fairer Welthandel, fight the price dumping, Reduzierung der amerikanischen Truppen außerhalb der USA und stärkere Beteiligung der Bündnispartner im Falle einer gewünschten militärischen Präsenz. Trump means business und er wird sich so verhalten. Für die Börsen sind das gute Nachrichten, weil nun wirklich investiert wird.

Nach Jahren des finanziellen Stimulus werden jetzt die fiskalischen Maßnahmen folgen. Es ist zu erwarten, dass die Zinsen steigen aber die Wirtschaft wird vor diesem Hintergrund stark wachsen und zyklische Unternehmen insbesondere in USA werden stark profitieren. Mit China und anderen Emerging Markets wird es eine etwas härtere Gangart geben, aber man wird sich einigen. Trump ist ein Geschäftsmann, kein Politiker und das sollte erst einmal positive Auswirkungen haben. Wir sind daher durchaus optimistisch, dass die Aktienmärkte in 6 Monaten höher sind als heute.

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Nov 08

Future for all – Geleitwort zu dem Nachhaltigkeitsbericht 2015/16 des GOOD GROWTH INSTITUTs

  

Geleitwort von Peter Spiegel zu dem Nachhaltigkeitsbericht 2015/16 des GOOD GROWTH INSTITUTs

peter-spiegel-2016„Wir alle nehmen wahr: Immer mehr Menschen fühlen sich abgehängt, ausgegrenzt, überfordert, nicht mitgenommen, nicht richtig einbezogen. Wir spüren, dass die Finanzkrise des Jahres 2008 und deren Folgen noch lange nicht überwunden sind, dass das immense Tempo der Digitalisierung und Robotisierung immer weiterer Bereiche unseres Lebens uns zwar manches erleichtern kann, aber gleichzeitig sehr grundlegende Fragen aufwirft, wie: Wie sicher sind unsere Arbeitsplätze oder die Geschäftsmodelle der Unternehmen, in denen und mit denen wir arbeiten. Was fehlt, sind überzeugende Antworten hierauf.

Gibt es keine neue Leitidee, wie einst „Wohlstand für alle“ und die soziale Marktwirtschaft eines Ludwig Erhard, die uns nach dem Zweiten Weltkrieg Hoffnung und Aufbruch schenkte? Die gute Nachricht: An einer solchen neuen, zeitgemäßen Leitidee arbeiten inzwischen mehr als 50 Organisationen unter dem Motto „Zukunft für alle“, „Future for all“. Mehr dazu unter

www.futureforall.net . Die gute Nachricht für uns: Die Idee des verantwortlichen Investierens zu verbreiten, so wie es das GOOD GROWTH INSTITUT tut, ist eine der Lösungen, die diese Initiative gerne unterstützt.“

Hier finden Sie unseren vollständigen Nachhaltigkeitsbericht zum Nachlesen.

https://issuu.com/goodgrowthinstitut/docs/nachhaltigkeitsbericht_2016

 

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Nov 05

Alle Jahre wieder: Wertvolle Spartipps zum Jahresende!

  

Nutzen Sie wichtige Vorteile zum Jahreswechsel.

Geld klein

Beachten Sie, dass zum 01.01.2017 erneut der Garantiezins bei den Versicherungen um 0,35% auf 0,9% gesenkt wird. BNicht nur bei klassischen Rentenversicherungen, sondern auch beim Berufsunfähigkeitsschutz können Sie sich in diesem Jahr noch wertvolle Vorteile aus dem alten Rechnungszins sichern!

Nachstehend die Übersicht über die aktuellen Themen und Fristen für 2016:

1. Steuerliche Förderung der Altersvorsorge für Angestellte und Beamte bei Riesterverträgen

Gerade angesichts niedriger Zinsen punkten Riesterverträge mit staatlichen Zulagen und Steuervorteilen. Die Höhe der jeweiligen Förderung richtet sich maßgeblich nach dem Einkommen und dem Familienstand. Um persönlich das Optimum aus Ihren Vorsorgeverträgen herauszuholen und kein Geld zu verschenken, sollten Sie Ihre Einzahlungen deshalb zum Jahresende noch einmal überprüfen oder bei wichtigen Veränderungen wie beispielsweise einer Gehaltserhöhung anpassen.

Geringverdiener oder Familien mit Kindern profitieren als Riester-Sparer vor allem von attraktiven staatlichen Zulagen, welche von der Zulagenstelle direkt in den Altersvorsorgevertrag gezahlt werden. Besserverdienende können zudem Steuervorteile nutzen. Um die staatliche Förderung voll auszuschöpfen, müssen Sie jährlich mindestens 4 % ihres rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens (mind. 60 Euro/max. 2.100 Euro) auf das Riester-Konto einzahlen. Mit dem Gehalt verändert sich also auch der optimale Sparbeitrag. Hier gilt: Wer zu wenig einbezahlt, erhält nur die anteiligen Zulagen.

Gerade für junge Familien ist Riester interessant: Jeder Riester-Sparer erhält jährlich 154 Euro Grundzulage, für Kinder (Geburtsjahrgang ab 2008) gibt es für die Eltern sogar 300 Euro als Zulage. Ehegatten ohne eigenes Einkommen haben ebenfalls die Möglichkeit die vollen Zulagen zu erhalten. Voraussetzung dafür ist, dass ein eigener Riester-Vertrag abgeschlossen und der jährliche Sockelbetrag von 60 Euro eingezahlt wird. Außerdem muss der riesterförderfähige Partner ebenfalls einen Riester-Vertrag besitzen und den vorgeschriebenen Mindesteigenbeitrag erbringen. Melden Sie sich also bei Eheschließungen oder der Geburt (auch Adoption) eines Kindes bei uns, um keine Zulagen zu verschenken. Denken Sie zudem daran, Riester-Beiträge in der Steuererklärung (Anlage AV) geltend zu machen.

2. Steuerliche Förderung für Unternehmer und Angestellte durch die Basisrente

Vor allem Selbstständige (aber auch Angestellte und Beamte) können zusätzlich mit einer Basisrente (sog. Rürup-Rente) steuerbegünstigt vorsorgen. Insbesondere Besserverdiener profitieren von entsprechend hohen Steuervorteilen. Für 2016 gilt: Es können 82 % der gezahlten Beiträge für die persönliche Basisrente von der Steuer abgesetzt werden. Maximale Obergrenze liegt pro Jahr bei 22.767 Euro bei Singles und 45.534 Euro bei Verheirateten, sodass – maximal 18.669 Euro bei Singles und 37.338 Euro bei Verheirateten (gemeinsam veranlagt) steuerlich ansetzbar sind. Wer den Höchstbetrag noch nicht mit den Beiträgen zur gesetzlichen Rente (inkl. Arbeitgeberanteil) oder zu berufsständischen Versorgungswerken ausschöpft, sollte über einen Rürup-Vertrag nachdenken bzw. seine Basisrente aufstocken.

3. Zuzahlungen auch in der betrieblichen Altersvorsorge

Wer sich als Arbeitnehmer dafür entscheidet, einen Teil seines Gehalts direkt in eine betriebliche Altersversorgung zu investieren (Entgeltumwandlung), spart Steuern und Sozialabgaben. Den Steuer- und Sozialabgabenvorteil erhalten Sie dabei direkt über ihre monatliche Gehaltsabrechnung. Im Rahmen der Entgeltumwandlung können Sie jährlich bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze der Deutschen Rentenversicherung (West) steuer- und beitragsfrei umwandeln – in 2016 sind das 2.976 Euro. Weitere 1.800 Euro bleiben immerhin steuerfrei.

Viele unserer Kunden nutzen die oben aufgeführten Möglichkeiten der steuerlich geförderten Altersvorsorge bereits seit Jahren. Sofern Sie noch keine entsprechenden Verträge haben, in die Sie Sonderzahlungen zum Jahresende leisten können, helfen wir Ihnen gern noch bis zum 15. Dezember diesen Jahres bei der Einrichtung. Sprechen Sie uns daher bitte umgehend an, wenn Sie Fragen zu Ihren Verträgen haben oder noch einen Rahmenvertrag benötigen.

 

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