Nov 08

Future for all – Geleitwort zu dem Nachhaltigkeitsbericht 2015/16 des GOOD GROWTH INSTITUTs

Geleitwort von Peter Spiegel zu dem Nachhaltigkeitsbericht 2015/16 des GOOD GROWTH INSTITUTs

peter-spiegel-2016„Wir alle nehmen wahr: Immer mehr Menschen fühlen sich abgehängt, ausgegrenzt, überfordert, nicht mitgenommen, nicht richtig einbezogen. Wir spüren, dass die Finanzkrise des Jahres 2008 und deren Folgen noch lange nicht überwunden sind, dass das immense Tempo der Digitalisierung und Robotisierung immer weiterer Bereiche unseres Lebens uns zwar manches erleichtern kann, aber gleichzeitig sehr grundlegende Fragen aufwirft, wie: Wie sicher sind unsere Arbeitsplätze oder die Geschäftsmodelle der Unternehmen, in denen und mit denen wir arbeiten. Was fehlt, sind überzeugende Antworten hierauf.

Gibt es keine neue Leitidee, wie einst „Wohlstand für alle“ und die soziale Marktwirtschaft eines Ludwig Erhard, die uns nach dem Zweiten Weltkrieg Hoffnung und Aufbruch schenkte? Die gute Nachricht: An einer solchen neuen, zeitgemäßen Leitidee arbeiten inzwischen mehr als 50 Organisationen unter dem Motto „Zukunft für alle“, „Future for all“. Mehr dazu unter

www.futureforall.net . Die gute Nachricht für uns: Die Idee des verantwortlichen Investierens zu verbreiten, so wie es das GOOD GROWTH INSTITUT tut, ist eine der Lösungen, die diese Initiative gerne unterstützt.“

Hier finden Sie unseren vollständigen Nachhaltigkeitsbericht zum Nachlesen.

https://issuu.com/goodgrowthinstitut/docs/nachhaltigkeitsbericht_2016

 

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Okt 12

Langfristinvestoren aufgepasst, ab 2018 gilt eine neue Gesetzeslage!

Steuerfreiheit der Kursgewinne von Investments, die vor dem 31.12.2008 erworben wurden, wird eingeschränkt

Die jüngst mit dem Investmentsteuergesetz verfasste Neuregelung birgt eine Steuerfalle für sämtliche Investmentfondsanleger, die langfristig investieren. Unabhängig vom Kaufdatum gelten demnach alle Fondsanteile per 31. Dezember 2017 als „fiktiv veräußert“ und am 1. Januar 2018 als „fiktiv wieder angeschafft“. Mit diesem bürokratischen Taschenspielertrick wird die zuvor unbefristet garantierte Steuerfreiheit von Altbeständen ab 2018 ausgehebelt.

Denn für alle vor dem Jahr 2009 gekauften Fondsanteile galt bisher ein unbegrenzter steuerrechtlicher Bestandsschutz: Hielten Anleger diese Wertpapiere länger als zwölf Monate im Depot, konnten sie die bei einem späteren Verkauf realisierten Kursgewinne in jedem Fall vollständig steuerfrei einstreichen.

Nun bleiben jedoch nur noch Gewinne aus Altanteilen, die bis Ende 2017 tatsächlich realisiert werden oder als Buchgewinne aufgelaufen sind, komplett steuerfrei. Verkaufsgewinne aus Anteilen, die vor 2009 angeschafft wurden und erst ab dem 1. Januar 2018 entstehen, werden dagegen nur bis 100.000 Euro pro Anleger steuerfrei bleiben. Jeder Euro über diesem Steuerfreibetrag wird künftig steuerpflichtig sein.

Steuerfreibetrag von 100.000 Euro

Wer jedoch über Jahrzehnte kontinuierlich in Fonds investiert hat, etwa über einen Sparplan, kann bei guter Börsenentwicklung und entsprechendem Depotvermögen diese Gewinnschwelle durchaus erreichen. Hinzu kommt: Die mögliche Steuerlast für ab 2018 realisierte Kursgewinne mit Altfonds könnte durch einen Systemwechsel noch deutlich größer werden. Schäuble zeigt sich nicht abgeneigt, die 25-prozentige Abgeltungsteuer für Kapitalerträge langfristig abzuschaffen und diese wieder mit dem persönlichen Einkommensteuersatz zu belegen. Der liegt derzeit immerhin bei maximal 45 Prozent.

Die Grundregel von bisher gilt damit zunächst weiter: Fondsaltbestände bleiben steuerlich priviligiert und sollten von Anlegern weiter bevorzugt im Bestand behalten werden, sofern die Anlagestrategie entsprechende Kursgewinne verspricht.

Neue Regeln für Ausschüttungen

Neben den Änderungen bei realisierten Kursgewinnen mit Altfonds müssen sich Anleger auch auf neue Regeln bei Fondsausschüttungen einstellen. Aktienfonds werden ab 2018 bereits auf Fondsebene 15 Prozent Kapitalertragsteuer abgezogen, wenn sie deutsche Dividenden vereinnahmen.

Um diese Abgabenlast auszugleichen, werden Ausschüttungen aus den Fonds und Verkaufsgewinne beim Privatanleger teilweise von der Steuer freigestellt.

Bei Aktienfonds sind das 30 Prozent; für Mischfonds mit einem Aktienanteil von mindestens 25 Prozent sind Teilfreistellungen von 15 Prozent vorgesehen, für Mischfonds mit geringerem Aktienanteil wird es dagegen überhaupt keine Freistellung geben.

Liegen die Kapitalerträge unter dem Sparerfreibetrag (801 Euro Singles, 1602 Euro zusammen Veranlagte), laufen die Freistellungen ins Leere. Betroffene erhalten dann auf Fondsebene steuerlich vorbelastete Ausschüttungen, profitieren aber nicht von Teilfreistellungen.

Weniger Ärger mit Auslandsfonds

Das neue Investmentsteuergesetz hat aber auch eine anlegerfreundliche Kehrseite. Ab 2018 wird die Besteuerung von in- und ausländischen Investmentfonds angeglichen. Die Änderung gilt sowohl für gemanagte Fondsprodukte als auch für ETFs (Exchange Traded Funds), die zum Beispiel einen Aktienindex nachbilden und weniger Gebühren kosten. Zertifikate sind dagegen von der Neuregelung ausgenommen.

Wer gemanagte Investmentfonds im Depot hat, die im Ausland aufgelegt wurden und Dividenden sowie Zinsen „ansparen“, muss diese dann nicht länger einzeln in der Steuererklärung angeben. Derzeit müssen Auslandsfondsanleger ihre jährlichen Erträge noch umständlich in der Anlage KAP (Zeile 15) deklarieren, da die fällige Pauschalabgabe (25 Prozent Abgeltungsteuer plus Soli-Zuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer) von den Auslandsgesellschaften nicht an den deutschen Fiskus abgeführt wird.

Zudem entfällt die Pflicht, die Unterlagen bis zum Verkauf aufzubewahren. Künftig wird von der Depotbank automatisch Abgeltungsteuer auf die jährliche Wertsteigerung der Fondsanteile durch wieder angelegte Erträge abgeführt – sofern der Sparerfreibetrag ausgeschöpft ist. Auch bei ETFs zahlen Anleger künftig jährlich Abgeltungsteuer auf Basis dieser Vorabpauschale.

Zudem müssen Depotbanken beim späteren Verkauf von ausländischen Fondsanteilen ab 2018 bei der dann fälligen Pauschalabgabe stets die erforderliche Gegenrechnung durchführen, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden. In der Vergangenheit passierte es häufiger, dass Geldinstitute die Abgeltungsteuer zum Nachteil der Kunden gleich zweimal an den Fiskus abführten.

Fazit:

Die Vorteile aus der Steuerfreiheit der Altfonds werden auf einen Betrag begrenzt, der zumindest die Investitionen im 5 – stelligen Bereich zunächst kaum tangiert, so dass nur die Großinvestoren von den steuerlichen Einschränkungen betroffen sind. Gegenüber Aktieneinzelinvestments bleiben die Investmentfonds aber auch weiterhin insofern priviligiert, als dass die innerhalb des Fonds realisierten Kursgewinne für die Anleger erst bei Verkauf des Fonds zu einer Steuerpflicht führen. Dies kann bei Langfristinvestoren zu durchaus beträchtlichen Steuerstundungseffekten führen.

Gern stehen wir Ihnen für eine Überprüfung Ihrer Anlagestrategie zur Verfügung. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Beratungsbedarf haben.

 

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Mrz 15

Wertvolle Orientierung: Die FNG Nachhaltigkeitsprofile bringen Transparenz!

Die FNG- Nachhaltigkeitsprofile bringen Transparenz in den Begriffsdschungel der nachhaltigen Geldanlagen

Wer sich als Anleger über die nachhaltigen Aspekte seiner Fondsanlage informieren will, hat es nicht leicht. Die werblichen Broschüren der einzelnen Anbieter bieten eine Vielfalt an Begrifflichkeiten und jedes Haus hat dabei seine eigene (Werbe-)Sprache. Bereits seit einigen Jahren hat daher der Dachverband für nachhaltige Geldanlagen in Deutschland (Forum Nachhaltige Geldanlagen, kurz FNG) das FNG-Nachhaltigkeitsprofil als Orientierungshilfe bei der Auswahl nachhaltiger Publikumsfonds entwickelt. Dieses Instrument hilft Anlegern und Finanzberatern, sich einen Überblick zu der verwendeten Nachhaltigkeitsstrategie zu verschaffen.

Dabei fungiert die sogenannte FNG-Matrix als Datenbank, die Informationen zu den nachhaltigen Fonds enthält und insbesondere Vergleiche zwischen den verschiedenen Fonds erlaubt. Basierend auf der FNG-Matrix gibt es zu jedem einzelnen Fonds ein eigenes FNG-Nachhaltigkeitsprofil, ein zweiseitiges Datenblatt, das die Informationen zu der verwendeten Nachhaltigkeitsstrategie komprimiert darstellt.

Ziel von FNG-Matrix und FNG-Nachhaltigkeitsprofil ist es, die Nachhaltigkeitsstrategie der einzelnen Fonds in Bezug auf die drei Kernbereiche Umwelt, Soziales und Gute Unternehmensführung – kurz ESG (Environment, Social, Governance) – übersichtlich und verständlich darzustellen und damit die entsprechenden Ziele zu verfolgen:

  • Umwelt: Schutz von Natur und Umwelt, nachhaltige Nutzung der Naturgüter.
  • Soziales: Förderung von Frieden, Schutz der Menschenwürde und „lokaler Kulturen“, Armutsbekämpfung, Bildung und kulturelle Vielfalt, gute Arbeitsbedingungen.
  • Governance: Verantwortliche Unternehmensführung – kooperative, faire und transparente Führung von Unternehmen und öffentlichen Organen, unternehmerische Verantwortung für die Gesellschaft, Transparenz in der Unternehmensführung, faire Auftragsvergabe.

Zu diesen drei Kernbereichen enthalten FNG-Matrix und FNG-Nachhaltigkeitsprofil detaillierte Angaben zum Inhalt wie auch zur Methodik, das heißt also zu der Anlagestrategie, über die der jeweilige Kernbereich oder das jeweilige Thema adressiert wird. Beispielsweise kann über das Ausschlusskriterium Rüstung die Förderung von Frieden unterstützt werden oder über einen Best-in-Class-Ansatz soziale und ökologische Standards einer bestimmten Branche verbessert werden. Daneben enthalten FNG-Matrix und FNG-Nachhaltigkeitsprofil Informationen zu Transparenzkriterien und allgemeine Eckdaten.

Von den in Deutschland verfügbaren rd. 400 Investmentfonds mit nachhaltigen Aspekten sind mehr als die Hälfte in der FNG Matrix hinterlegt. Über die Webseite http://www.forum-ng.org/de/fng-nachhaltigkeitsprofil/fng-nachhaltigkeitsprofile.html können die FNG-Nachhaltigkeitsprofile für Berater wie Anleger kostenfrei eingesehen werden.

Die Nachhaltigkeitsprofile der von uns unter Nachhaltigkeitsaspekten betreuten Fonds finden Sie hier:

Fondssecure Systematik:

http://nachhaltigkeitsprofil.forum-ng.org/fondssecure_systematik-fng_nachhaltigkeitsprofil.pdf

GOOD GROWTH FUND:

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Mrz 15

Kinder, Kinder, Kinder…..-Tipps für Eltern und Großeltern

Für junge Paare beginnt mit dem Nachwuchs ein neuer und spannender Lebensabschnitt

Das eigene Leben wird einmal kräftig auf den Kopf gestellt, die Prioritäten neu definiert und es gilt für das Paar oder auch den alleinerziehenden Elternteil eine Unzahl neuer Fragen zu beantworten.

Viele dieser Fragen tangieren auch den finanziellen Bereich. Grund genug für uns, dieser Lebensphase eine besondere Aufmerksamkeit zu schenken:

Kinder kosten nicht nur manchmal Nerven, sondern auch eine Stange Geld. Der Staat unterstützt hier mit Hilfen, um zumindest die finanzielle Situation der erweiterten Familie zu unterstützen. Vor allem die steuerliche Begünstigung von Kindern und das Kindergeld tragen dazu bei, dass auch bei sinkendem Familieneinkommen der Lebensstandard der jungen Familie nach unten etwas abgesichert ist. Noch bevor sich die Frage nach der finanziellen Zukunft des neuen Erdenbürgers stellt, sollten die Eltern ihre eigenen Finanzen kritisch auf den Prüfstand stellen. Dies gilt insbesondere für die Frage nach der finanziellen Sicherheit und Existenz, wenn das Familieneinkommen durch Todesfall oder Berufsunfähigkeit eines Partners entfällt oder geschmälert wird.

Ist das Familieneinkommen auch im Falle eines Falles hinreichend gesichert, ist es klug, über die finanzielle Absicherung der Ausbildung und ggf. auch über die Absicherung erster gesundheitlicher Risiken bei dem neuen Erdenbürger nachzudenken. Selbst wenn die Eltern selbst die finanzielle Möglichkeit gar nicht haben: Oft lassen sich auch die Großeltern es sich nicht nehmen, den Nachwuchs mit einem kleinen Sparplan oder finanziellen Geschenken zu unterstützen. Diese Mittel sinnvoll und rentabel einzusetzen, ist in Zeiten von Niedrigzinsen eine echte Herausforderung und umso wichtiger, je geringer die Beträge sind.

Wichtigstes und beliebtestes Ansparziel für die meisten Familien ist dabei die Finanzierung einer akademischen Ausbildung für den Nachwuchs, um damit die beruflichen Chancen in unserer Gesellschaft zu optimieren. Mit Zielsparplänen kann es auch in der heutigen Zeit gelingen, Renditen von 5% und mehr zu erwirtschaften, ohne dabei wilde Spekulation zu betreiben. Je früher das Sparen mit diesen Konzepten beginnt, desto größer sind die Chancen, auch mit kleinen Sparbeiträgen nennenswerte Summen zu erzielen. Je nach persönlichen Präferenzen kann es dabei sinnvoll sein, den Sparvertrag direkt auf den Namen des Kindes abzuschließen oder aber auch ein ggf. vorhandenes Wertpapierdepot der Eltern zu nutzen. Je nach Alter der Eltern kann auch das Sparen im Mantel einer Lebensversicherung sinnvoll sein. Mit Blick auf die hohen Kosten dieser Lösung müssen aber vor allem die steuerlichen Vorteile des Versicherungsmantels wirklich nennenswert sein.

Wo die finanziellen Möglichkeiten es erlauben, wäre im nächsten Schritt über die Absicherung von gesundheitlichen Risiken für das neue Leben nachzudenken.

Wie für die Erwachsenen auch, ist das größte Risiko für Kinder auf Dauer ihre Erwerbskraft zu verlieren bzw. diese durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit gar nicht erst erwerben zu können. Um Kindern bereits einen adäquaten Versicherungsschutz zu ermöglichen, bieten einige Versicherer Invaliditätsrenten an, die den Verlust von Grundfähigkeiten, die dauerhaften Folgen schwerer Krankheiten oder eines schweren Unfalls durch eine monatliche, lebenslange Rente auffängt.

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Mrz 14

Exklusiver Börsenausblick März 2017: Zinneckers Gedanken

Der Dax hat nach April 2015 erstmals wieder die Marke von 12.000 erreicht.

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RÜCKBLICK

Zur Überraschung der meisten Anleger haben sich die westlichen Kapitalmärkte im Monat Februar vollkommen anders entwickelt, als es die Investmentprofis vorausgesagt hatten. Trotz der Erwartung steigender US-Zinsen haben die Staatsanleihen nach den vorangegangenen Verlusten vor allem in England und Deutschland eine bemerkenswerte Markterholung hingelegt. Auch die Aktienmärkte haben ihre seit November begonnene Aufwärtsbewegung unter Führung von Wall Street wieder fortgesetzt. Im Monatsverlauf haben die amerikanischen Aktienindizes trotz der politischen Verunsicherung durch die neue US-Regierung sogar neue Rekordstände verzeichnet, und der Dax hat nach April 2015 erstmals wieder die Marke von 12.000 erreicht.

Offensichtlich haben die Marktteilnehmer in ihrer Gesamtheit die wichtigen politischen und ökonomischen Einflussfaktoren vollkommen falsch eingeschätzt. Die Vielzahl der geopolitischen Ereignisse, angefangen mit dem Brexit über Syrien und Trump bis hin zu den anstehenden Wahlen in der EU, haben den Finanzmärkten nur zeitweilig etwas anhaben können. Lediglich das leidige und wahrscheinlich unlösbare Thema Griechenland hat wieder Fluchtbewegungen in vermeintlich sichere Häfen wie den Schweizer Franken, Gold und deutsche wie englische Staatsanleihen ausgelöst. Die konjunkturellen Aussichten der großen Volkswirtschaften und das Wachstum der Unternehmensgewinne wurden zudem für 2017 eher moderat eingeschätzt, sodass die Aktienbörsen vor allem in den USA keinen allzu großen Spielraum nach oben zuließen und die Verlustrisiken mit steigenden Indizes zunehmen würden. Das Gegenteil war der Fall. Seit dem Herbst haben die Industrienationen vor allem über den steigenden Konsum wieder an Fahrt zugelegt. Die letzten positiven Gewinnausweise der Unternehmen haben nicht nur alle Anleger überrascht, sondern auch die Aussichten für das ganze Jahr erheblich verbessert. Hinzu kam die neue Agenda des Weißen Hauses zur Stärkung und Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Das hat dazu geführt, dass die Indexkursziele für 2017 bald Makulatur waren und die Anleger, Gruppe für Gruppe, gezwungen wurden mit neuen Käufen an die Aktienbörsen zurückzukehren.

AUSBLICK

Es stellt sich nun die Frage, welche Kräfte die Kapitalmärkte weiterhin beeinflussen werden, wie groß die Nachfrage nach Neuanlagen und der Zwang nach Portfolioadjustierungen und Umschichtungen sein werden. Die internationalen politischen Brennpunkte werden auch weiterhin für Unruhe an den Kapitalmärkten sorgen. Fest steht aber, dass sich die Volkswirtschaften nach Jahren der Deflationsängste endlich wieder auf Reflationskurs befinden. Das bedeutet für die Industrie steigende Preisgestaltungsspielräume und in einigen Ländern aufkommende Engpässe an den Arbeitsmärkten im Nachgang mit steigenden Löhnen. Dieser Umstand ruft bereits jetzt die Zentralbank der USA auf den Plan, die eine weitere Zinsanhebung bereits im März und nicht erst im Sommer in Aussicht stellt. Während in Japan die Gelddruckmaschinen weiter auf Hochtouren laufen, ist die EZB-Politik einem anderen und viel schwierigeren Umfeld ausgesetzt. Neben dem Politikum der anstehenden

Wahlen machen ihr wieder die zunehmenden ökonomischen Ungleichgewichte in der EU zu schaffen. Das gilt nicht nur für die Länder England, Griechenland und Italien sondern mittlerweile auch für Deutschland. Der Leistungsbilanzüberschuss, der nach EU-Regeln die Obergrenze von 6% nicht überschreiten sollte, ist gegenüber den Handelspartnern auf eine neue Rekordhöhe von nunmehr 8,7% des Bruttosozialprodukts angestiegen. Dieses Problem sollte an Brisanz noch zunehmen, da den USA, nach China der zweitgrößte deutsche Handelspartner, gerade jetzt die bilateralen Handelsungleichgewichte ein Dorn im Auge sind und sie auf neue Handelsverträge pochen.

Aus diesem Grunde fordern die internationalen Organisationen von Deutschland zurecht eine Steigerung der öffentlichen Investitionen und die Ankurbelung der Binnennachfrage. Das ist Wasser auf die Mühlen der SPD und ihres Kandidaten Schulz und ein Schlag gegen die Sparpolitik der CDU. Ähnlich wie in den USA sollten die Themen der zukünftigen Struktur-, Fiskal-, und Bildungs- und Ordnungspolitik nach den Wahlen in der EU ganz oben auf der Agenda stehen und immense Investitionsprogramme nach sich ziehen. Sie können ab 2018 sehr positive Auswirkungen für die EU-Volkswirtschaften, die Beschäftigung, die nachhaltige Erhöhung der europäischen Unternehmensgewinne sein, zumal wenn die Reflationierung der Volkswirtschaften der nächsten Jahre in moderaten Inflationsbahnen verlaufen sollte und die EU nicht auseinanderfällt.

KAPITALMARKTAUSSICHTEN

Sollte diese Vorstellung in etwa Realität werden, wären das ohne Zweifel weiterhin positive Aussichten für langfristig ausgerichtete Aktienanleger, auch wenn die Auguren zum Teil mit Recht auf die zur Zeit relativ hohen Bewertungen an den diversen Aktienbörsen hinweisen und bereits von der Endphase dieses seit 2009 bestehenden Bullmarktes sprechen. Das hängt aber auch damit zusammen, dass viele auf unterschiedlichen Anlagekonzepten fußende Aktienanleger zum Einstieg auf eine größere Schwächephase an der Börse hoffen, weil sie den Wiedereinstieg im Oktober verpasst haben und zum Teil riesige Barvermögen vor sich herschieben. Das geringe Handelsvolumen und die niedrige Volatilität seit Beginn des letzten Aufschwungs deuten darauf hin, dass die einzelnen Anlegergruppen, einschließlich der Hedgefonds, der Macro- und Quant-Anleger, nur zögerlich in die Aktienmärkte zurückgekehrt sind und über steigende Aktienkurse immer wieder gezwungen werden als Käufer aufzutreten. Michael Lewis von Morgan Stanley, New York, hat dieses Phänomen mit einer Drehtür verglichen, wo immer nur einer ein- und raustreten kann. Das hat es in der Vergangenheit schon häufiger gegeben, wie zum Beispiel nach 1985 und 1996. Dieser Prozess kann lange dauern, zumal dieser Aufschwung durch eine qualitativ hohe Marktbreite gekennzeichnet ist. Deshalb sollten die Aktienanleger ihre Zeit nicht damit vergeuden, das Ende dieses Bullmarktes auszuloten. Das hat noch nie funktioniert.

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